Ödland

whitenoiseBrand eins hat einen messerscharf analysierenden Text zur Lage des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks in Deutschland veröffentlicht, der die Situation im Unterhaltungsbereich sehr treffend beschreibt: Wir Serienmuffel.

Deutsche Fernsehsender werden dominiert von risikoscheuen, selbstzufriedenen Typen mit Provinzhorizont und dem Hauptanliegen, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Also setzen sie auf Seilschaften und Rezepte, hinter denen sie ihre Unfähigkeit verbergen.

Die Diskussion an sich ist ja nicht neu, aber ich halte sie trotzdem für wichtig. Derartiger Veränderungsdruck ist sehr hilfreich, um die aktuelle Fernsehsituation im “Land von Derrick und Schwarzwaldklinik” zu verändern. Man muss sich an dieser Stelle immer wieder die unglaubliche Masse an Geld vor Augen führen, über die das gesamte öffentlich-rechtliche System verfügt: Pro Jahr sind dies 9,1 Milliarden Euro, somit ist die ARD, die viertgrößte nichtkommezielle Fernsehanstalt weltweit. Der Output an qualitativ exzellenten Formaten und Produktionen ist hingegen überschaubar.

Um dies zu ändern müssen die Programmverantwortlichen bei den “Anstalten” einfach langfristig mehr Risiko wagen und nicht immer den vermeintlich sicheren Quoten hinterherhetzen. Es gibt genug hervorragende Leute, doch ausgerechnet diejenigen an den relevanten Schaltstellen leben in beamtisch geprägten Realitäten aus anderen Medienzeiten.

Ich will nicht sagen, dass es keine guten Ansätze gibt: Die geradezu experimentellen Digitalkanäle und einzelne Redaktionen arbeiten hart an diesen Herausforderungen. Der Alterdurchschnitt 50+ der öffentlich-rechtlichen Zuschauer lässt ihnen allerdings auch keine andere Möglichkeit.

 

 

25. March 2014 by feezenfreezen
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